BMW G 650 X Country (2007)

Nachdem ich erst vor kurzem meine ehemalige 2009er XC an einen Freund verkauft habe, möchte man meinen ich sollte ja eigentlich genug von diesem Modell haben. Eigentlich….jetzt wurde aber in direkter Umgebung/Nähe eine reparaturbedürftige G650X in Schwarz mit Rotaxmotor angeboten, dazu noch recht günstig, die ich mehr oder minder kurzentschlossen anschaffte. Es gibt einiges zu tun und zu reparieren….mal was anderes als immer SRX’en zu richten. Ich werde mir Zeit lassen und alles in Ruhe machen.

Folgende Dinge sind zu erledigen:

  • der gebrochene Heckrahmen muss ersetzt oder geschweißt werden
  • Der Ständer sollte ordentlich für die Fahrzeughöhe angepasst werden
  • Das Heck baue ich nach „kurz“ um – etwa so
  • Die Sitzbank muss ordentlich bezogen werden
  • ich werde die Liste der Kritische Punkte an der G650X weitgehend abarbeiten

Vielleicht sollte ich der XC einen Namen geben…..hmmm mal überlegen….Melloe klingt eigentlich ganz nett…

Ein paar Bilder habe ich aber noch vor dem Zerlegen/Reparieren gemacht:

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die XC ist nun recht umfangreich zerlegt worden. Zur Lenkkopflagerwartung muss noch die Gabelbrücke weg, was ich aber später erledigen werde. Wichtiger ist mir das Heck wieder hinzubekommen. Heck-Rahmen schweißen oder ersetzen, Stoßdämpfer hinten kürzen, weil zu lang. Die Gabel ist 7cm kürzer als Original und mit dem Originalfederbein stimmt die Geometrie einfach nicht. Da die Gabel nicht zu verlängern geht, muss es hinten also mehr runter.

Federbein-Umbau von 333mm nach 318mm:

Wer versucht die untere Federbeinverschraubung ganz auszudrehen wird sich das Gewinde zu 100% ruinieren. Warum? Am Schraubenende wurde künstlich im Gewinde eine mech. Markierung eingestanzt, die normalerweise indizieren soll: nicht weiter ausdrehen. Wer das also dennoch tut, macht das Gewinde im Stoßdämpfer faktisch mehr oder weniger kaputt. Die ganze Aktion ist also eine Einbahnstraße und lässt sich nicht mehr revidieren. Das abgesägte Stück entspricht etwa 50% der gesamten Gewindelänge vom Bolzen. Damit das untere Auge zuverlässig hält, habe ich es zusätzlich eingeklebt und außerdem eine Edelstahl M5 Schraube als weitere Sicherung eingebracht.

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Ich habe die Gabel zerlegt, weil die so weich nicht bleiben soll und am besten mit strafferen progressiv gewickelten Federn auch wieder auch auf Originallänge zu bringen wäre. Nach dem Zerlegen ist klar: Verlängern wird nicht ohne neue Zugstange gehen, außer es gibt eine Art Adapterstange, die oben als Verlängerung mit aufgeschraubt werden könnte. Viel zu leisten hat die Stange eher nicht. Sie sorgt primär dafür, dass das Tauchrohr unten nicht herausfällt, wenn das Vorderrad in der Luft ist.

Der Heckrahmen ist gefixt und auch wieder montiert. Zuvor wurde aber noch die Schwinge schön sauber gemacht und die Lager neu gefettet. Der Einbau der Schwinge ist alles andere als trivial – sobald man den rechten Bolzen nur leicht beim Einführen verkantet, klemmt es. Nach etwas probieren und Schwinge schön gerade ausrichten ging es aber. Mit Gewalt sollte hier nicht herangegangen werden, der Schwingenbolzen muss sich soft einführen lassen. Das Federbein konnte, nachdem die Schwinge verbaut war, auch verbaut werden.

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Der Schalthebel war nicht weiter zu gebrauchen, weil vom Sturz die Befestigungslaschen vom einklappbaren Fussbetätiger abgebrochen waren. Ich wollte den nun nicht einfach entsorgen und habe mich für einen passablen workaround entschieden und mir aus 2,5mm Alublech einen passenden Adapter angefertigt, der mit 2x M4 V2A Schrauben am Hebel verschraubt wurde. Funktioniert wieder einwandfrei.

Am z.T. vermackten Kühler habe ich so gut als möglich die filigranen Lamellen zurechtgebogen. Mit der Kunststoffmaske wird man nachher kaum noch etwas vom Schaden sehen. Leider habe ich keine Kenntnis darüber, wie das einem der Vorbesitzer passieren konnte.

Gabelverlängerung:

da habe ich auch schon eine Lösung zu. Die 25 mm Kunststoff Vorspannhülsen werden ersetzt gegen 65mm lange Aluhülsen. Die sind 40mm dick mit einer 5mm Wandstärke. Ideal also um die 40.5 mm dicke Feder zu halten. Die Gewindestange wird ganz einfach verlängert in dem in der oberen Gabelverschraubung ein M8 Gewindebolzen eingesetzt wird der ca. 15mm herausschauen wird. Darauf wird eine sogenannte Langmutter bzw. Gewindehülse verschraubt. Hier kann dann die Stoßdämpferstange verschraubt werden. Mit diesem workaround gewinne ich ca. 30-40mm an Gabellänge zurück und gleichzeitig bekomme ich gewünschte etwas stärkere Federvorspannung.

Die Gabel hat nun 83cm ein Plus von 3cm (Original dürften es 87cm sein) und ist gleich zu Anfang etwas straffer, weil die Feder etwas mehr vorgespannt wird. Es sind am Ende nur +7mm Vorspannung (im Vergleich zu vorher), die merkt man aber recht deutlich, meine ich zu spüren, wenn ich einen Holm von Hand herunterdrücke. Ob ich da noch mal nachbessern muss, kann nur ein Fahrtest bestätigen.
Saublöd:  nur ein Federbein hat auch eine Zugstufe!  Das linke Federbein hüpft sozusagen einfach zurück, als ob gar kein Öl in der Gabel wäre…..soll wohl works as designed sein.

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Die Aluhülse mit 62mm ersetzt die 25mm Plastikhülse. Die Innenstange wird einfach mit einer 30mm V2A Gewindehülse verlängert. In der Gabelverschraubung steckt ebenfalls eine V2A Schraube die zuvor bis Anschlag fest eingeschraubt und danach so abgesägt wurde, dass ein 10mm Gewindestumpf stehen bleibt. Ursprünglich geht die Gewindestange 20mm in die Gabelverschraubung. Das Maß wollte ich so erhalten. Mit der 30mm Gewindebuchse passt das dann auch zu 100%.

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wie schon vermutet konnte ich ohne Kraftaufwand die Verschraubung herstellen. Mit einer schmalen Zange wird die Stange gehalten und die Verschraubung von Hand bis Anschlag eingedreht.

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….am Ende wird lediglich noch mit einem 13er + 19er die Verschraubung angezogen.

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Wichtig! der Aluring unter meiner Buchse muss richtig herum eingesetzt werden! Bei mir war der auf einer Seite verkehrt herum drin.

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Der ganze Umbau hat mich genau 16,58€ und etwa 4h Arbeit gekostet – ich kann echt zufrieden sein.

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